Aachen

Ehemalige Reichsstadt, heute kreisfreie Großstadt im nordrhein-westfälischen Regierungsbezirk Köln. Seit der Krönung Otto I. 936 zum ostfränkischen König blieb Aachen 600 Jahre lang Krönungsort der deutschen Könige. Wahrzeichen der Stadt ist der ursprünglich als Pfalzkapelle Karls des Großen errichtete Dom. 1890: ca. 100.000, 2020: ca. 257.000 EW.

Im 5. Städtischen Abonnementkonzert am 6.4.1893 führte Eberhard Schwickerath Bruckners Te Deum mit den Solisten Julia Uzielli († 1924), Jenny Hahn (1855–1920), Franz Naval (1865–1939) und Anton Sistermans (1865–1926) – dem Frankfurter Vokalquartett – erstmals in Aachen auf. Schwickerath studierte neben Rechtswissenschaften auch Musik in Leipzig, Köln und 1879–1881 bei Bruckner in Wien. Bis 1887 in Köln tätig, wirkte er dann 1887–1912 in Aachen als städtischer Musikdirektor beim Sinfonieorchester Aachen. Am 10.2.1898 folgte die Vierte Symphonie (Signale für die musikalische Welt 56 [1898] H. 18, S. 282). Bereits für 1903 geplant, wurde die Dritte Symphonie am 14.6.1904 unter Schwickerath aufgeführt.

Fritz Busch (1890–1951) leitete am 4.11.1913 die Fünfte und am 21.11.1918 erstmals die Messe in f-Moll, Carl Panzner (1866–1923) am 18.12.1919 die Siebente Symphonie.

Auch bei den Niederrheinischen Musikfesten, die in Aachen stattfanden, wurde immer wieder Bruckner aufgeführt: die Siebente 1912 (Karl Muck), 1924 und 1927. Auch Peter Raabe, 1921–1935 Generalmusikdirektor in Aachen (der alle Symphonien, das Te Deum, die Messe in f-Moll und den Psalm 150 mehrmals aufführte) sowie Theodor Bernhard Rehmann, ab 1924 Stiftskapellmeister, widmeten sich Bruckner.

1922 fand ein Brahms-Bruckner-Fest statt, das mit einer „begeistert aufgenommenen Aufführung“ (Signale für die musikalische Welt 80 [1922] H. 3, S. 60) der ungekürzten Achten Symphonie unter Raabe begann, mit zwei weiteren Symphonien, der Messe in f-Moll sowie dem Streichquintett in F-Dur mit dem Berber-Quartett (und Leo Fischer) aus München (Musikalische Rundschau 8.4.1922, S. 1). 1934 fand das 4. Brucknerfest der Internationalen Bruckner-Gesellschaft in Aachen statt. „Das Fest wurde eingeleitet und beschlossen im altehrwürdigen Dom Karls des Großen und gestaltete sich auch dadurch zu einem unvergeßlichen Erlebnis.“ (Göll.-A. 4/4, S. 121). 1938 folgten Bruckner-Festtage der Ortsgruppe Aachen.

Das seit dem 18. Jahrhundert bestehende Sinfonieorchester Aachen spielte in den Jahren 2003 bis 2010 alle Symphonien Bruckners unter der Leitung von Marcus Bosch (* 1969) auf CD ein (Coviello Classics).

Literatur

ANDREA HARRANDT

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 6.9.2021

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