„Veni Creator Spiritus“ (WAB 50)

Hymnus für Singstimme(n) mit Orgelbegleitung

EZ: um 1884 oder früher
UA: ?
Aut.: ÖNB‑MS (Mus.Hs.39743)
ED: Göll.-A.August Göllerich/Max Auer, Anton Bruckner. Ein Lebens- und Schaffensbild (Deutsche Musikbücherei 36–39). 4 Bde. (in 9 Teilbänden [1, 2/1–2, 3/1–2, 4/1–4]). Regensburg 1922–1937, unveränd. Nachdruck 1974 4/1, S. 524 (1936)
NGA: Band XXI (Hans Bauernfeind/Leopold Nowak, 1984) und Revisionsbericht (1984)

Der Hrabanus Maurus (um 780–856) zugeschriebene Pfingsthymnus taucht erstmals in Handschriften des 10. Jahrhunderts auf und wird außerhalb des Pfingstfestes (hier in der 2. Vesper) auch bei feierlichen liturgischen Anlässen (Weihe, Ordensprofess etc.) gesungen. Bruckner versah die gregorianische Melodie mit einer Harmonisierung in der Art der Aufführungspraxis des 19. Jahrhunderts, was zwar dem Zeitgeschmack entsprach, dem Choral aber zur Gänze die schwebende Leichtigkeit raubt. Wahrscheinlich lag ihm – wie Rupert Gottfried Frieberger glaubhaft nachweisen konnte – bei der Harmonisierung des Chorals ein Praemonstratenser-Antiphonar von 1772 (oder ein Nachdruck davon) vor. Bruckners irrtümliche (mit Bleistift geschriebene) autografe Überschrift lautet „Veni sancte“ (was die Pfingstsequenz bezeichnen würde), es handelt sich hier aber um den Pfingsthymnus.

Diese Choralharmonisierung wurde erst 1931 von dem damaligen Regens chori im Stift Schlägl, Adolf Trittinger (1899–1971), wiederaufgefunden und als Autograf Bruckners identifiziert.

Literatur

CHRISTIAN K. FASTL, ELISABETH MAIER

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 12.5.2017

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Erstdruck

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ACDH, Abteilung Musikwissenschaft