Kirchsteiger, Mathias
* 25.2.1780 Eberschwang, Oberösterreich/A, † 31.10.1859 Linz, Oberösterreich/A. Geistlicher.
1804 Priesterweihe, Kooperator in Eberschwang, Haag und an der Matthias-Pfarre in Linz, 1815/16 Religionslehrer am k. k. Lyceum in Linz, 1820 Spiritual des bischöflichen Seminars, 1825–1833 Direktor des Priesterseminars, ab 1837 Linzer Stadtpfarrer, ab 1848 Domdechant. 1854 wurde ihm das Ritterkreuz des Leopold-Ordens verliehen.
Kirchsteiger galt als der populärste Stadtpfarrer von Linz. In die Zeit seines Dienstes fielen so gegensätzliche Ereignisse wie der Empfang der kaiserlichen Braut Elisabeth (Kaiserhaus) am 20.4.1854, wozu Bruckner den – allerdings nicht aufgeführten – Chor „Laßt Jubeltöne laut erklingen“ komponierte, und das Wüten der Cholera im August 1858, die allein in Linz 450 Todesfälle und 1.000 Erkrankungen forderte.
Joseph Weichhart (* ca. 1803, † 27.6.1877 Linz), Kirchenamtsverwalter in Linz, schrieb am 18.12.1855 an Bruckner, er möge die Stelle des Dom- und Stadtpfarrorganisten betreffend bei Kirchsteiger vorstellig werden, „damit Ihnen nicht doch etwa ein Dritter das Ziel ablaufe“ (Briefe I, 551218/1). Wie sich Bruckners Kontakt mit Kirchsteiger im Detail gestaltete, ist nicht bekannt. Kirchsteigers Nachfolger wurde im Jahr 1860 Joseph Schropp.
Schriften
- Die heilige Schrift, oder Handbibel des neuen Testaments. Linz 1814
- Grundsätze zur Errichtung und Verwaltung einer […] dauerhaften Armenanstalt. Linz 1818
- Gemeinfaßliche Darstellung der im Briefe an die Römer enthaltenen Wahrheiten. Linz 1833
- Prophezeiungen über die Zukunft des Antichristes und der nachfolgenden Zeit. Bloß allein gegründet auf die Aussprüche der heil. Schrift und der heiligen Väter. Zur Beherzigung für alle Menschen. Linz 1849
Literatur
- Die Presse 10.3.1849, S. 2
- Fremden-Blatt 15.9.1854, S. 1
- WurzbachConstantin von Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 60. Bde. Wien 1856–1891. Online abrufbar unter: 11 (1864), S. 308f.
- Wolfgang Dannerbauer, Hundertjähriger General-Schematismus des geistlichen Personalstandes der Diöcese Linz vom Jahre 1785 bis 1885, Bd. 1, Abth. 1: Chronologisches Nekrologium der seit 1785 in der Diöcese Linz verstorbenen geistlichen Personen […]. Linz 1887, S. 718
- Lambert Guppenberger, Bibliographie des Clerus der Diöcese Linz von deren Gründung bis zur Gegenwart. 1875–1893. Linz 1893, S. 96f.
- Briefe IAndrea Harrandt/Otto Schneider (Hg.), Briefe von, an und über Anton Bruckner. Bd. I. 1852–1886 (NGA XXIV/1). 2., rev. und verbesserte Aufl. Wien 2009
- Dom- und StadtpfarrorganistElisabeth Maier, Anton Bruckner als Linzer Dom- und Stadtpfarrorganist. Aspekte einer Berufung. Mit einem Beitrag von Ikarus Kaiser (Anton Bruckner. Dokumente und Studien 15). Wien 2009
- Sterbebuch–Duplikat 1859 der Stadtpfarre Linz, [pag. 24]
- Sterbebuch–Duplikat 1877 der Stadtpfarre Linz, pag. 8 [ad Joseph Weichhart]