Fink, Familie
Vinzenz Joseph: * 13.2.1807 Linz, Oberösterreich/A, † 13.2.1877
Linz. Buchhändler und Verleger.
Der Sohn des Buchhändlers und Buchbinders Joseph
Fink und dessen Frau Barbara, geb. Hammerl, ehelichte am 5.9.1830 Franziska Romana
Lindemayr (1809–1875), die ihm elf Kinder gebar. 1850–1868 war Fink Gemeinderat in
Linz, 1854–1856 Vizebürgermeister und vom
12.11.1856 bis zum 3.2.1861 als Nachfolger Josef Dierzer von
Traunthals provisorischer Gemeindevorstand (d. h. eingesetzter, nicht
gewählter Bürgermeister).
Fink war seit 1833 Mitglied des Linzer Musikvereins und seit 1845 der Liedertafel „Frohsinn“, deren Vorstand er 1850–1854 angehörte. 1870 verlieh ihm die Liedertafel „Frohsinn“ die Ehrenmitgliedschaft.
In seiner Eigenschaft als Gemeindevorstandsstellvertreter war Fink am 13.11.1855 auch in der Prüfungskommission zur Besetzung der Dom- und Stadtpfarrorganistenstelle in Linz. Durch seine Vermittlung bekam Bruckner seine ersten Privatschüler in Linz; unter ihnen befand sich auch Finks Sohn Emil. Ob dessen Geschwister – Vinzenz Joseph (* 22.4.1832), Joseph Karl (* 6.4.1833), Karl Aloys (* 22.5.1834), Maria Elisabeth Magdalena (* 22.7.1835), August Ludwig (* 4.1.1837), Ludwig Wilhelm (* 20.3.1838), Franziska Romana (* 12.9.1839), Theodor Wilhelm (* 6.10.1841), Emilie Elisabeth (* 3.3.1844), Isabella (* 18.12.1848) – auch von Bruckner unterrichtet wurden, ist nicht überliefert.
Sein Sohn
Emil (eigentl. Aemilian Wilhelm Dominic):
* 7.8.1847 Linz, Oberösterreich/A, † 9.6.1902 Linz. Buchhändler, Verleger,
Komponist.
Emil war der erste Klavierschüler (Schüler) Bruckners in Linz. Ausbildung zum Buchhändler in Graz und Frankfurt am Main. Er trat sowohl als Buchhändler als auch als Mitglied
des Linzer Musikvereins (ab 1870) und der Liedertafel „Frohsinn“ in die Fußstapfen seines Vaters. Ab 1873 Mitglied
des Vereines bildender Künstler und Kunstfreunde. 1875
wurde er stiller Gesellschafter und Prokurist in der väterlichen Buch-, Kunst- und
Musikalienhandlung. 1878 wurde Fink als „Besitzer der seit 92 Jahren in einer
Familie bestehenden […] Buchhandlung“ (Linzer Tages-Post
7.8.1878, S. 3) mit dem Titel eines k. k. Hof-, Buch- und Musikalienhändlers
ausgezeichnet. Er trat als Konzertveranstalter, Komponist und Dirigent in
Erscheinung und war ab 1888 Mitglied und Funktionär des Linzer
Wagner-Vereins.
Werke
- Klavierwerke (u. a. Edelweiß. Polka schnell; Carolinen-Polka; Henrietten-Polka; Carnevals-Marsch)
- Tänze
Literatur
- Handlungsball, in: [Linzer] Tages-Post 31.1.1871, S. 3
- Nachrichten aus Linz und Oberösterreich, in: [Linzer] Tages-Post 26.1.1872, S. 3
- Die Dilettanten-Vorstellung, in: [Linzer] Tages-Post 29.12.1872, S. 4
- Nachrichten aus Oberösterreich, in: Linzer Volksblatt 20.4.1873, S. 2
- Theater, Kunst und Literatur, in: [Linzer] Tages-Post 11.1.1874, S. 3f.
- Nachrichten aus Linz und Oberösterreich, in: [Linzer] Tages-Post 23.10.1875, S. 2
- Nachrichten aus Linz und Oberösterreich, in: [Linzer] Tages-Post 7.8.1878, S. 3
- Linzer Wagner-Verein, in: Linzer Volksblatt 8.3.1888, S. 2
- Concert Paula Mark, in: Linzer Volksblatt 25.9.1894, S. 4
- Hofbuchhändler Emil Fink †, in: [Linzer] Tages-Post 10.6.1902, S. 4
- Todesanzeige, in: [Linzer] Tages-Post 11.6.1902, S. 10
- Verborgene PersönlichkeitElisabeth Maier, Verborgene Persönlichkeit. Anton Bruckner in seinen privaten Aufzeichnungen (Anton Bruckner. Dokumente und Studien 11). 2 Bde. Wien 2001
- Dom- und StadtpfarrorganistElisabeth Maier, Anton Bruckner als Linzer Dom- und Stadtpfarrorganist. Aspekte einer Berufung. Mit einem Beitrag von Ikarus Kaiser (Anton Bruckner. Dokumente und Studien 15). Wien 2009
- Taufbuch 1805–1811 der Stadtpfarre Linz, S. 84
- Trauungsbuch-Duplikat 1830 der Stadtpfarre Linz, [pag. 10]
- Taufbuch-Duplikate der Stadtpfarre Linz, 1832 [pag. 16], 1833 [pag. 19], 1834 [pag. 32], 1835 [pag. 39], 1837 [pag. 1], 1838 [pag. 14], 1839 [pag. 61], 1841 [pag. 54], 1844 [pag. 15], 1847 [pag. 60], 1848 [pag. 95]
- Sterbebuch-Duplikat 1877 der Stadtpfarre Linz, pag. 3