Krüzner (verehel. Planck Edle von Planckenburg), Bohumila (Josefa Katharina Helena)

* 30.7.1849 Prag/Böhmen (Praha/CZ), † 27.4.1912 Wien/A. Privatière.

Tochter des Kaufmanns Karl Krüzner (?– vor 1865) und der Maria Krüzner (geb. Patzak, 1829–1904). Die aus Prag stammende Familie siedelte vermutlich spätestens mit dem Tod des Vaters Mitte der 1860er Jahre nach Linz über. Es liegt nahe, dass Krüzner als gehobene Tochter einer wohlhabenden bürgerlichen Familie in den Künsten, d. h. im Klavierspiel unterrichtet wurde. Für diesen Unterricht wurde Bruckner engagiert. Teil des Unterrichts scheinen auch die Grundlagen der Harmonie- und Intervalllehre gewesen zu sein, wie sich aus der „Unterrichtsmitschrift“ Krüzners ablesen lässt. Die Mitschrift fand nach Krüzners Tod 1913 als Geschenk Eingang in die Sammlung des Oberösterreichischen Landesmuseums (OÖ. Landesmuseum, Mus.HS.515).

1866 heiratete sie den Bankier Carl Franz Planck Edler von Planckenburg (1833–1880), was gleichzeitig das Ende des Unterrichts bedeutet haben dürfte. Aus der Ehe gingen acht Kinder hervor. Über ihren weiteren Lebensweg ist bisher nichts bekannt. Obwohl nicht auf den Namen Maria getauft, nannte sie sich offenbar auch Maria, das Sterbebuch verzeichnet sie unter Bohumila Maria.

Die Datierung (1865) der Mitschrift (OÖ. Landesmuseum, Mus.HS.515, fol. 4r) ist mit Blick auf die Methodik als authentisch zu bewerten, denn die harmonischen Progressionen wurden teils um Fundamentalbassschritte ergänzt, sodass der Zeitraum nach Bruckners Studien bei Simon Sechter zu vermuten ist. Mehrheitlich scheint dabei Bruckners Handschrift und weniger die der Schülerin auf. Ob Bruckner nach 1865 noch mit Krüzner in Kontakt stand, muss als wenig wahrscheinlich angesehen werden.

Literatur
  • Gerichtshalle 8.8.1864, S. 391
  • Geburtsbuch 1845–1851 der Pfarre Nejsvětější Trojice na Spálené ulici (Prag-Neustadt), fol. 171
  • Trauungen-Duplikat 1866 der Pfarre Leonding, [pag. 5]
  • Sterbebuch-Duplikat 1880 der Stadtpfarre Linz, pag. 4
  • Sterbebuch 1904 der Pfarre Lichtental (Wien IX), fol. 41
  • Sterbebuch-Duplikat 1912 der Pfarre St. Matthias in Linz, pag. 3375
  • Sterbebuch 1911–1919 der Pfarre Maria Treu (Wien VIII), fol. 28

CLEMENS GUBSCH

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 15.4.2023

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