Sailer (Seiler), Franz
* 23.2.1803 Vorder Heuraffl/Böhmen (Přední Výtoň/CZ), † 15.9.1848 St. Florian, Oberösterreich/A. Gerichtsaktuar und Hofschreiber im Stift St. Florian.
Sailer kannte Bruckner noch aus Ansfelden, wo er nach dem Tod von Anton Bruckner d. Ä. Schätzmeister war und Firmpate Ignaz Bruckners wurde. In St. Florian war er in der Stiftskanzlei tätig, deren Beamte bis 1848 auch unter dem Gesichtspunkt angestellt wurden, ob sie im Stiftschor oder im Orchester Verwendung finden konnten.
Als Musikliebhaber nahm Sailer an der Entwicklung Bruckners regen Anteil und hatte vor, ihm eine Ausbildung am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien zu ermöglichen. Nach seinem allzu frühen Tod vermachte er Bruckner testamentarisch seinen neuen Bösendorfer-Flügel, auf dem dieser schon vorher hatte spielen dürfen (Instrumente Bruckners).
Nach dem Tod seines Förderers schrieb Bruckner sein Requiem in d-Moll (WAB 39), das erstmals am 15.9.1849 zu Sailers 1. Todestag in St. Florian aufgeführt wurde.
Literatur
- Göll.-A.August Göllerich/Max Auer, Anton Bruckner. Ein Lebens- und Schaffensbild (Deutsche Musikbücherei 36–39). 4 Bde. (in 9 Teilbänden [1, 2/1–2, 3/1–2, 4/1–4]). Regensburg 1922–1937, unveränd. Nachdruck 1974 2/1
- Franz Gräflinger, Anton Bruckner. Leben und Schaffen (Umgearbeitete Bausteine) (Max Hesses Handbücher 84). Berlin 1927, S. 26–32
- Bruckner. Musik und LebenLeopold Nowak, Anton Bruckner. Musik und Leben. Linz 1973, S. 74
- Rüdiger Bornhöft, Revisionsbericht zu NGA XIVAnton Bruckner. Sämtliche Werke. Kritische Gesamtausgabe. Hg. v. der Generaldirektion der Österreichischen Nationalbibliothek und der Internationalen Bruckner-Gesellschaft. Wien 1951ff. (Editionsleitung: Leopold Nowak, auch als Neue Gesamtausgabe bezeichnet) (2000), S. 8
- Tauf- und Sterbebuch 1786–1888 der Pfarre Vorder Heuraffl, fol. 37
- Sterbebuch-Duplikat 1848 der Pfarre St. Florian, [pag. 5]