Schultz, Richard (Künstlername: Schultz-Donato)

* 3.4.1863 Wien/A, † 5.2.1928 Berlin/D. Schauspieler, Theaterdirektor und Regisseur.

Richard Schultz studierte 1876–1879 am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien zunächst im Vorbildungskurs bei Wilhelm Rauch (1844–1914) Klavier sowie ab 1877 im Hauptfach Horn bei Wilhelm Anton Kleinecke (* 21.10.1825 Wien/A, † 2.4.1893 Wien) und in den Nebenfächern bei Anton Bruckner Harmonielehre und Kontrapunkt als auch Klavier bei Wilhelm Schenner (Austritt nach der Wiederholung des ersten Schuljahrs am 21.02.1879). Die Mitschrift aus dem Harmonielehre- und Kontrapunktunterricht ist erhalten geblieben (jetzt: A-Wn, Mus.Hs. 3199). Schultz debütierte bereits 1879 als Schauspieler am Sulkowskyschen Theater in Wien (vielleicht war er Schüler der Theaterschule von Valentin Niklas [1806–1883]), bald danach folgten Theaterengagements an den Stadttheatern in Marburg (Maribor/SLO), Graz, Triest und Meiningen und schließlich 1883 die Rückkehr nach Wien mit einem Engagement am Wiener Stadttheater. 1887–1891 war er im Rollenfach des jugendlichen Helden am Deutschen Theater in Berlin und ab 1888 am Kaiserlich-Deutschen Hoftheater in St. Petersburg engagiert. Im selben Jahr heiratete Schultz die Soubrette Josefine Dora, geb. Friese (1867–1944).

Ab ca. 1890/91 nahm Schultz zunehmend operative Aufgaben im Theaterbetrieb wahr und leitete ein Tourneetheater und daneben eine Zeitlang das neugegründete Tivoli-Theater in Bremen. Es folgte die Anstellung als Direktor und Oberregisseur des Central-Theaters in Berlin (1893–1898). Zusammen mit seinem Ensemble schuf er in dieser Zeit den Typus der Ausstattungsposse.

Mit der Berufung als künstlerischer Direktor an das Theater Unter den Linden 1898 begann eine zwanzig Jahre andauernde Amtszeit bis 1919. Mit seinem Dienstantritt wurde das Theater unter seiner maßgeblichen Führung umgestaltet, renoviert und unter dem Namen Metropol-Theater (im Haus der heutigen Komischen Oper Berlin) mit der Ausstattungsoperette „Das Paradies der Frauen“ wiedereröffnet. Zusammen mit dem Autor Julius Freund (1862–1914) und dem Komponisten Victor Hollaender (1866–1940) adaptierte Schultz erfolgreich die abendfüllende, aktuell-satirische Jahresrevue nach Pariser Vorbild. Die sogenannte „Metropol-Jahresrevue“ gehörte bis zum 1. Weltkrieg zu den wichtigsten gesellschaftlichen Ereignissen Berlins. Ab 1919 bis zu seinem Tod lebte Schultz zurückgezogen abwechselnd in Oberbayern, Graz und Berlin.

Ein Kontakt zu Bruckner nach seiner Schulzeit ist bisher nicht belegt.

Literatur

CLEMENS GUBSCH

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 15.4.2023

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Normdaten (GND)

Schultz, Richard (Künstlername: Schultz-Donato): 117202207

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ACDH, Abteilung Musikwissenschaft