Antiphon

„Wechselgesang“ oder „Gegengesang“, von griech. „άντίφωνος“ (antiphonos, dt. entgegentönend, antwortend). Der Begriff aus der Liturgie und der Kirchenmusik bezeichnet entweder eine Aufführungspraxis (insbesondere der Psalmodie), in der zwei Chöre oder Solisten(gruppen) abwechselnd (antiphonal) einen Abschnitt singen (im Unterschied zur responsorialen Aufführungsweise, in der der Chor einem Solisten antwortet), oder aber einen Bestandteil der Messe und des Stundengebets.

Meist wird die Antiphon am Anfang und Ende eines Psalms oder Canticums oder refrainartig zwischen den einzelnen Versen gesungen. Sie nimmt als Teil des Propriums inhaltlich auf die Zeit im Kirchenjahr oder das jeweilige Fest des betreffenden Tages Bezug.

Zu den Antiphonen, die innerhalb der Messe gesungen werden, gehören der Introitus (Gesang zum Einzug), das Offertorium zur Gabenbereitung und die Communio.

Keine Antiphonen im strengen Sinn sind die sogenannten „Marianischen Antiphonen“, die eigenständige Gesänge (ohne Psalm) zu Ehren der Gottesmutter darstellen. Es sind dies das Alma redemptoris mater („Erhabne Mutter des Erlösers“, gesungen im Advent und in der Weihnachtszeit), das Ave regina coelorum („Ave, du Himmelskönigin“, Fastenzeit), Regina coeli („Freu dich, du Himmelskönigin“, Osterzeit) und Salve regina („Sei gegrüßt, o Königin“). Dazu zählt auch das Sub tuum praesidium („Unter deinen Schutz und Schirm“), eines der ältesten Mariengebete (aus dem 3. Jahrhundert). Das aktuelle Stundenbuch für die katholischen Bistümer des deutschen Sprachgebietes zählt auch das Ave Maria („Gegrüßet seist du, Maria“) zu den Marianischen Antiphonen.

Bruckner vertonte die Antiphonen Asperges, Ave Regina, Ecce sacerdos und „Tota pulchra es, Maria“.

Literatur

ELISABETH MAIER

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 1.9.2017

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ACDH, Abteilung Musikwissenschaft