„O du liebes Jesu-Kind“ (WAB 145)
Lied für Singstimme und Orgel in F‑Dur, „Ziemlich langsam“
Bruckners Autorschaft an diesem schlichten, nur 16 Takte umfassenden und vermutlich für die Schulkinder von St. Florian komponierten Liedes gilt, trotz des autograf erhaltenen Notentextes, nicht als gesichert (Incerta und Falsa); die Harmonien der Begleitung könnten jedoch auch aus einer Zeit des Suchens und Erprobens durch den jungen Komponisten stammen. Der Text dieses Liedes ist mehrfach vertont worden, so etwa durch Johann Caspar Aiblinger (1779–1867), dessen Version noch 1940 gedruckt wurde.
Eine Widmung findet sich, von fremder Hand mit Bleistift am oberen Rand der 1. Seite (fol. 1r) eines Doppelblattes geschrieben: „Am unschuldigen Kinder-Tag vor der heil. Wandlung“ (28.12.). Am unteren Rand – ebenfalls von fremder Hand – die Anweisung „6 mal rep[etieren]“. Auf fol. 1v folgen oben die beiden letzten Zeilen des Liedes (die in der Faksimile-Ausgabe bei August Göllerich und Max Auer fehlen), darunter, ebenfalls von fremder Hand, ein Weihnachtslied in B‑Dur Schönstes Kindlein, bestes Knäblein, auf fol. 2r, ebenfalls von fremder Hand, ein Weihnachtslied in B‑Dur O welch ein süßes Freudenwort sowie ein Chor in Es‑Dur Wir alle dich grüßen Christkindelein zart.
Literatur
- Vater unser. Gebet- und Gesangbuch der Diözese Linz. Hg. im Auftrage des Diözesanbischofs Johannes Maria Gföllner vom Bischöflichen Ordinariate Linz. Regensburg 1940
- Franz Scheder, Bruckner-Incerta, in: Bruckner‑Symposion 2004Theophil Antonicek/Andreas Lindner/Klaus Petermayr (Hg.), Bruckner-Symposion. Kunst und Wahrheit. Im Rahmen des Internationalen Brucknerfestes Linz 2004. 23.–26. September 2004. Bericht. Linz 2008, S. 129–159