Steiermärker (WAB 122)
Gelegenheitskomposition für Klavier zu zwei Händen in G‑Dur
| EZ: | um 1850 in St. Florian |
| W: | Aloisia Bogner („Dem jungen Frl. A B. gewidmet“, später mit „Steiermarker“ überschrieben) |
| UA: | ? |
| Aut.: | ÖNB‑MS (Mus.Hs.19649) |
| ED: | Göll.-A.August Göllerich/Max Auer, Anton Bruckner. Ein Lebens- und Schaffensbild (Deutsche Musikbücherei 36–39). 4 Bde. (in 9 Teilbänden [1, 2/1–2, 3/1–2, 4/1–4]). Regensburg 1922–1937, unveränd. Nachdruck 1974 2/2, S. 43 (1928) |
| NGA: | Band XII/2 (Walburga Litschauer, 1988) mit Revisionsbericht (in verbesserter Aufl. 2000) |
Die ursprüngliche Widmungsträgerin der Komposition, Aloisia Bogner, Tochter des Bruckner in St. Florian vorgesetzten Schullehrers Michael Bogner, dürfte die ihr zugedachte Dedikation, wie aus dem Autograf ersichtlich, aus heute nicht mehr bekannten Gründen abgelehnt haben. Dies hatte zur Folge, dass Bruckner das Werk nachträglich mit „Steiermarker“ überschrieb und somit die ursprüngliche Widmung für ungültig erklärte.
Das aus vier Achttaktern zusammengesetzte, für den Klavierunterricht entstandene Stück trägt volkstümliche (Volksmusik) Charakterzüge, die v. a. durch die Verwendung der Quartsextakkordlinie gegeben sind, und kann als stilisierter Volkstanz bezeichnet werden. Bisher wurde angenommen, dass Bruckner in dessen Rahmenteilen das Volkslied Dirndl merk dir den Bam zitiert. Dies kann jedoch aus heutiger Sicht als überholt angesehen werden, allein deshalb, weil der ursprünglich aus Kärnten stammende Gesang um das Jahr 1850 in Oberösterreich noch nirgends nachweisbar ist.
Literatur
- Göll.-A.August Göllerich/Max Auer, Anton Bruckner. Ein Lebens- und Schaffensbild (Deutsche Musikbücherei 36–39). 4 Bde. (in 9 Teilbänden [1, 2/1–2, 3/1–2, 4/1–4]). Regensburg 1922–1937, unveränd. Nachdruck 1974 2/1, S. 40
- Walburga Litschauer, Bruckner und das romantische Klavierstück, in: Bruckner‑Symposion 1987Bruckner-Symposion. Bruckner und die Musik der Romantik. Im Rahmen des Internationalen Brucknerfestes Linz 1987. 16.–20. September 1987. Bericht. Hg. v. Anton Bruckner Institut Linz/Linzer Veranstaltungsgesellschaft mbH. Linz 1989, S. 105–110
- Wolfgang Brunner, Anton Bruckner [Einführung], in: Anton Bruckner, Piano Works (CPO 999 256-2) 1995, Booklet, S. 4–9
- Klaus Petermayr, „Dirndl merk dir den Bam“. Zur Verwendung eines Volksliedes in Bruckners „Steiermärker“, in: Bruckner-JahrbuchBruckner-Jahrbuch. (Wechselnde Herausgeber). Linz 1980ff. 2001–2005, S. 293–296