Widmungsträger
Die Liste an Widmungsträgern von Werken Bruckners beinhaltet in erster Linie Vorgesetzte, Mäzene und Personen, denen sich Bruckner verpflichtet fühlte. Bis zur Linzer Zeit (1855) entstanden Werke zu Namensfesten, für Begräbnisfeiern, als musikalischer Nachruf für Vorgesetzte des geistlichen Standes und Bruckners (meist väterliche) Freunde oder zur Vermählung. Diese vorherrschende Tendenz wird ergänzt durch Dedikationen an Bekannte und Freunde sowie angebetete Mädchen und Klavierschülerinnen (Frauen). Später zählen zu den Widmungsträgern namhafte Persönlichkeiten. So zeigt etwa die Vergabe der Widmungen seiner Symphonien eine deutliche Steigerung, die vom Unterrichtsminister, zum Obersthofmeister über den König von Bayern bis zu Kaiser Franz Joseph I. reicht. Seinen tiefen Glauben bezeugte Bruckner mit der Abkürzung „O. A. M. D. G.“ (Ecce sacerdos, Messe für den Gründonnerstag in F‑Dur, Tantum ergo [WAB 41/1‑4], Te Deum, Virga Jesse) bzw. mit der Widmung an den „lieben Gott“ (Neunte Symphonie, Göll.-A. 4/3, S. 526).
Nicht selten verfolgte Bruckner mit seinen Dedikationen Erfolge, sei es um der Liebe wegen oder als Anstoß für berufliche Entwicklungen. Er dankte damit aber auch seinen Gönnern und zeigte Vorgesetzten oder musikalischen Vorbildern seine Wertschätzung und Ehrfurcht.
Kompositionen für Preisausschreiben, öffentliche Anlässe, kirchliche Feste, Feiern von Gesangsvereinen oder Ähnliches (z. B. Vexilla regis „nach reinem Herzensdrange componirt“ [Briefe II, 920307/1], „Das Frauenherz, die Mannesbrust“ „zur Erinnerung an den Ausflug nach dem Hirschenstadel mit den Sangesschwestern am 17. Mai 1868“ [OÖ. Landesbibliothek, Hs.1107, As. der Tenorstimme]) sind keine Widmungen im eigentlichen Sinne und wurden daher in diesem Beitrag ausgespart.
Personen
Institutionen
| Liederkranz Grein | „Freier Sinn und froher Mut“ |
| Liedertafel Eferding |
„Ein jubelnd
Hoch in Leid und Lust“
|
| Liedertafel „Frohsinn“ |
Ave
Maria (WAB 6) |
| Liedertafel Sierning | „Des Höchsten Preis, des Vaterlandes Ruhm“ |
| Männergesang-Verein „Sängerbund“ | |
| Männerquartett der Liedertafel „Frohsinn“ | Der Abendhimmel (WAB 55) |
| Niederösterreichischer Sängerbund | |
| Straßburger Männer-Gesangverein | Um Mitternacht (WAB 90) |
| Wiener Akademischer Gesangverein | Das hohe Lied (1. Fassung) |
| Wiener Männergesang-Verein | Helgoland |
| Universität Wien | Erste Symphonie |
Literatur
- Göll.-A.August Göllerich/Max Auer, Anton Bruckner. Ein Lebens- und Schaffensbild (Deutsche Musikbücherei 36–39). 4 Bde. (in 9 Teilbänden [1, 2/1–2, 3/1–2, 4/1–4]). Regensburg 1922–1937, unveränd. Nachdruck 1974 4/3, S. 526
- Briefe IIAndrea Harrandt/Otto Schneider (Hg.), Briefe von, an und über Anton Bruckner. Bd. II. 1887–1896 (NGA XXIV/2). Wien 2003