Thomas von Aquin
* ~1225 Roccasecca bei Aquino/I, † 7.3.1274 Fossanova/I. Theologe, Philosoph.
Sohn von Landulf Graf von Aquino. Grundausbildung im Benediktinerkloster Montecassino, wo sein Onkel als Abt wirkte, ab 1239 Studium der Artes liberales an der Universität Neapel, 1244 Eintritt in den Dominikanerorden. 1245–1248 Studium in Paris, 1248–1252 in Köln. Lehrtätigkeit am Hof Papst Urbans IV. in Orvieto, Rom, Paris und Neapel. 1322 Heiligsprechung. Seine Reliquien wurden 1369 nach Toulouse überführt. Die Musik spielte im umfangreichen Werk des bedeutendsten Philosophen und Theologen des Mittelalters, der sich in seiner Argumentation vorwiegend auf die Lehre des Aristoteles (384 v. Chr.–322 v. Chr.) bezog, eine untergeordnete Rolle. Die ihm zugeschriebenen Musiktraktate sind unecht. Aus theologischer Sicht hielt er fest, dass die Musik zum Gotteslob, zur geistlichen Vervollkommnung des Sängers und Erbauung des Publikums diene. Dem Gebrauch von Instrumenten im Gottesdienst stand er ablehnend gegenüber.
Der Hymnus Pange lingua wird Thomas von Aquin zugeschrieben, die Autorschaft ist jedoch nicht restlos bewiesen (Bernhard, Sp. 767). Bruckner vertonte mehrmals den gesamten Hymnus Pange lingua, der in der katholischen Liturgie am Gründonnerstag und zu Fronleichnam gesungen wird, bzw. die letzten zwei Strophen desselben, Tantum ergo (Textdichter).
Literatur
- Lexikon für Theologie und Kirche 10 (1965), Sp. 119–134
- Michael Bernhard, Art. „Thomas von Aquin, Thomas Aquinas“, in: MGG²Ludwig Finscher (Hg.), Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Allgemeine Enzyklopädie der Musik. 29 Bde. (Sach- und Personenteil). 2. neubearb. Ausgabe. Kassel u. a. 1994–2008 16 (2006), Sp. 766ff.
- www.mittelalter-lexikon.de/wiki/Thomas_von_Aquin [20.5.2020]