Ostini, Fritz (eigentl. Friedrich Fabricius Max Karl Freiherr) von
* 27.7.1861 München, Bayern/D, † 1.6.1927 Pöcking, Bayern/D. Journalist und Schriftsteller.
Sohn des Offiziers Karl von Ostini (1830–1895), studierte zunächst Jus an der Münchener Universität und ab 1882 einige Semester an der Akademie der Bildenden Künste bei Alois Gabl (1845–1893) und Ludwig von Herterich (1856–1932). Ab Anfang der 1880er Jahre arbeitete er als Journalist. 1885 war er Musikreferent der Süddeutschen Presse und schrieb als solcher am 14.3.1885 eine umfangreiche Besprechung der Aufführung der Siebenten Symphonie am 10.3.1885 unter Hermann Levi, in welcher er diese Symphonie mit den „herrlichsten Werken“ Ludwig van Beethovens verglich (Süddeutsche Presse und Münchener Nachrichten 14.3.1885, S. 2). 1887 trat er in die Feuilleton-Redaktion der Münchner Neuesten Nachrichten ein und betreute dort viele Jahre das Ressort Kunst und Theater. Anfang 1896 übernahm er die Schriftleitung der Wochenzeitschrift Jugend. 1909 wurde er als Mitglied in den Ausschuss des Deutschen Museums berufen.
Als Schriftsteller und vielseitig interessierter Journalist veröffentlichte er humorvolle Gedichte und Novellen sowie umfassende Künstlermonografien über meist zeitgenössische Maler (u. a. Arnold Böcklin [1827–1901], Wilhelm von Kaulbach [1805– 1874], Friedrich August von Kaulbach [1850–1920], Karl Spitzweg [1808–1885], Fritz von Uhde [1848–1911]). Wahrscheinlich schrieb er auch Bühnenwerke.
Im August 1884 beauftragte Bruckner Josef Schalk von St. Florian aus, wo er nach Aufenthalten in Bayreuth und München seinen Urlaub verbrachte, eine Abschrift von der Siebenten für eine Aufführung in München unter Levi anzufertigen (Briefe I, 840806/2). Die Abschrift sollte an Karl von Ostini, Vorstand des Allgemeinen Richard Wagner-Vereins in München, geschickt werden. Im November 1884 berichtete Levi Bruckner: „Ich habe Ihre mir durch Herrn von Ostini überbrachte Sinfonie mit grosser Aufmerksamkeit durchgelesen.“ (Briefe I, 841130). Zur Aufführung im März 1885 vereinbarten Bruckner und Karl von Ostini ein Treffen im Rahmen „einer außerordentlichen Versammlung des Wagnervereines“ (Briefe I, 850227/2). Seine Erinnerungen teilte Fritz von Ostini Franz Gräflinger später brieflich mit.
Schriften
- Aus dem Konzertsaale. Zweites Akademie-Konzert [Bruckners Siebente Symphonie], in: Süddeutsche Presse und Münchener Nachrichten 14.3.1885, S. 2f.
- Künstlermonografien
- Gedichte, Novellen
Literatur
- Franz Neubert (Hg.), Deutsches Zeitgenossenlexikon. Biographisches Handbuch deutscher Männer und Frauen der Gegenwart. Leipzig 1905, Sp. 1056
- Franz Gräflinger, Anton Bruckner. Leben und Schaffen. Berlin 1927, S. 323f.
- Max Auer, Anton Bruckner und München, in: Bruckner-Blätter 2 (1930) H. 4, S. 59–67
- Robert Münster, Aus Anton Bruckners Münchner Freundes- und Bekanntenkreis 1863–1886, in: Bruckner-Symposion 1994Othmar Wessely u. a. (Hg.), Bruckner-Symposion. Bruckner-Freunde – Bruckner-Kenner. Im Rahmen des Internationalen Brucknerfestes Linz 1994. 21.–25. September 1994. Bericht. Linz 1997, S. 161–173
- Doris Hiltl, Der Ritter von der Hohen Wurz in luftiger Höh’ überm Schneckensee. München 1997
- Bruckner in MünchenGertrude Quast-Benesch, Anton Bruckner in München. Tutzing 2006
- Briefe IAndrea Harrandt/Otto Schneider (Hg.), Briefe von, an und über Anton Bruckner. Bd. I. 1852–1886 (NGA XXIV/1). 2., rev. und verbesserte Aufl. Wien 2009
- ABCD
- Hans Pörnbacher, Art. „Ostini, Fritz (Friedrich) Fabricius Max Karl Freiherr von (bayerischer Freiherr 1888)“, in: www.deutsche-biographie.de [1.7.2020]