Bösendorfersaal

Der Wiener Klavierfabrikant Ludwig Bösendorfer ließ die ehemalige fürstliche Reitschule des Palais Liechtenstein in Wien, in der Herrengasse 6 im 1. Bezirk, zu einem Konzertsaal umbauen, der am 19.11.1872 mit einem Klavierabend von Hans Guido von Bülow eröffnet wurde. Bis zum Abbruch des Hauses im Jahr 1913 war der einfach gestaltete, aber für seine ideale Akustik bekannte Saal, der 568 Zuhörer fasste, eine der wichtigsten Wiener Konzertstätten (Konzertleben). Bis zum 2.5.1913 fanden rund 4.500 Konzerte statt. Neben den bedeutendsten Interpreten, v. a. Pianisten, fand auch der Wiener Akademische Wagner‑Verein hier ein Konzertpodium. Einem interessierten Zuhörerkreis wurden viele exemplarische Klavieraufführungen der Werke Bruckners durch Josef Schalk, Ferdinand Löwe, Johann Paumgartner, Franz Zottmann, Ferdinand Foll u. a. geboten. Neben Symphonien wurden auch geistliche Werke vorgestellt, so z. B. Einzelsätze aus der Messe in f‑Moll (1890).

An der Stelle der Reitschule steht heute das 1931 errichtete erste Hochhaus Wiens. Eine Gedenktafel aus dem Jahr 1951 erinnert an den ehemaligen Konzertsaal. 1983–2010 bestand in der Graf Starhemberggasse 14 (4. Bezirk) ein neuer Bösendorfersaal.

Literatur

ANDREA HARRANDT

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 22.9.2017

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Abbildungen

Abbildung 1: Neue Zeitschrift für Musik 50 (1883) H. 19, S. 220

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ACDH, Abteilung Musikwissenschaft