Fürstenberg, Vinzenz (Joseph Ignaz) Egon Landgraf zu
* 31.7.1847 Weitra, Niederösterreich/A, † 25.12.1896 Enns, Oberösterreich/A. Mäzen.
Fürstenberg lernte Bruckner über die Linzer „Meistersinger-Innung“ kennen und gehörte in Wien zur Tafelrunde bei Gause (Gasthäuser). Er bewohnte das Schloss Ennsegg in Enns (nicht „Ennseck bei Steyr“, wie bei Göll.-A. 4/2, S. 62 fälschlich angegeben) und hatte in Wien eine Stadtwohnung (Himmelpfortgasse 13, 1. Bezirk) gemietet. Von dieser Wohnung aus unternahm er zusammen mit Herzog Maximilian Emanuel in Bayern und Bruckner öfters nächtliche feucht-fröhliche Expeditionen (Göll.-A. 4/2, S. 26). Er unterstützte Bruckner finanziell (Mäzene) bei der Herausgabe seiner Werke und organisierte zusammen mit Viktor Boller vom Wiener Akademischen Wagner-Verein Spenden für das „Wiener Consortium“ (Consortien). Auf einen Rat Fürstenbergs geht auch die Widmung (Widmungsträger) des Streichquintetts in F-Dur an Herzog Maximilian Emanuel zurück (Göll.-A. 4/2, S. 160).
Literatur
- Göll.-A.August Göllerich/Max Auer, Anton Bruckner. Ein Lebens- und Schaffensbild (Deutsche Musikbücherei 36–39). 4 Bde. (in 9 Teilbänden [1, 2/1–2, 3/1–2, 4/1–4]). Regensburg 1922–1937, unveränd. Nachdruck 1974 4/1–4
- Bruckner-Handbuch 1996Uwe Harten (Hg.), Anton Bruckner. Ein Handbuch. Salzburg–Wien 1996
- Verborgene PersönlichkeitElisabeth Maier, Verborgene Persönlichkeit. Anton Bruckner in seinen privaten Aufzeichnungen (Anton Bruckner. Dokumente und Studien 11). 2 Bde. Wien 2001 Bd. 1, S. 540
- Taufbuch 1827–1862 der Pfarre Weitra, fol. 293