Boller, Victor (Karl Tobias Joseph)

* 11.1.1854 Wien/A, † 17.8.1904 Mödling, Niederösterreich/A. Jurist, Staatsanwalt, k. k. Oberlandesgerichtsrat.

Sohn des Beamten Johann Nepomuk Felix Boller und dessen Frau Elisabeth, geb. Biehler. Boller war ab 1877 Obmann-Stellvertreter und 1884–1894 Obmann des Wiener Akademischen Wagner-Vereins, seither Ehrenmitglied und Beirat (1898 Wagner-Medaille). Hugo Wolf, mit dem Boller befreundet war, sah in ihm einen „unverzagten Mitstreiter gegen den Teufel Aberwitz“ (Spitzer Bd. 1, S. 294).

Bruckner dürfte Boller im Wiener Akademischen Wagner-Verein kennengelernt haben. Im Juli 1890 bemühte sich Boller gemeinsam mit Vinzenz Egon Landgraf zu Fürstenberg bei Aristokraten wie Fürst Johann II. Liechtenstein, [Heinrich oder Wilhelm] Fürst Hanau, [Albrecht, Alfred oder Adolf] Graf Waldstein und einem Graf Batthyány um finanzielle Unterstützung für Bruckner (Consortien).

Im Jänner 1891 reichte Bruckner das von Boller verfasste Pensionierungsgesuch bei der Direktion der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien ein.

Nach dem am 25.1.1891 im Großen Musikvereinssaal in Wien vom Wiener Akademischen Wagner-Verein veranstalteten Konzert, in dessen Rahmen die Dritte Symphonie (3. Fassung) durch die Wiener Philharmoniker unter Hans Richter aufgeführt wurde, lud Boller zu einem Diner im Hotel Elisabeth. Auf Bitten Bollers kümmerte sich im Juli 1895 der Schloss-Inspektor des Belvedere, Eduard Henrich (ca. 1837–1915), um Bruckners Wünsche.

Schriften
  • Aus dem Leben Anton Bruckners, in: Österreichische Musik- und Theater-Zeitung 8 (1895) H. 6/7, S. 8ff.
  • Gedenkrede auf Josef Schalk. Wien 1901
Literatur

ANDREA HARRANDT

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 14.5.2019

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Boller, Victor (Karl Tobias Joseph): 1021277827

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