Louis, Rudolf

* 30.1.1870 Schwetzingen, Baden-Württemberg/D, † 15.11.1914 München, Bayern/D. Musikschriftsteller.

Nach einem Philosophiestudium in Genf und Wien, wo er mit der Arbeit Der Widerspruch in der Musik bei Guido Adler promovierte, war er Kapellmeisterschüler von Felix Mottl und erhielt Kompositionsunterricht von seinem Vetter Friedrich Klose. Nach zweijähriger Tätigkeit als Kapellmeister in Landshut und Lübeck ließ er sich 1897 als Musikschriftsteller in München nieder. Seit 1900 war er als Nachfolger von Heinrich Porges einflussreicher Konzertkritiker der Münchner Neuesten Nachrichten. Als solcher setzte er sich vor allem für Franz Liszt und Bruckner ein, nicht aber für die Musik von Johannes Brahms und Max Reger (1873–1916), zu deren Werken er erst gegen Ende seines Lebens ein besseres Verhältnis hatte. Als Komponist trat er 1903 mit seiner symphonischen Dichtung Proteus (nach Friedrich Hebbel [1813–1863]) in Basel an die Öffentlichkeit.

Louis, der Bruckner gemeinsam mit Klose in Wien besucht hatte, verfasste die erste größere Monografie über den Komponisten. Seine Absicht war es, weniger „ein Lebens- als vielmehr ein Charakterbild des großen Symphonikers“ zu bieten, da nach seiner Überzeugung gerade bei Bruckner „eine intimere Kenntnis des Charakters […] zur Würdigung des Komponisten“ (Louis 1905, S. 5f.) beitrage. Für die Biografie stützte er sich auf Franz Brunners 1895 veröffentlichte Arbeit und allgemein zugängliches Material, ergänzt durch eigene Recherchen, Zeitungsberichte und Kritiken.

Werke
  • Fünf Lieder für eine Singstimme und Klavierbegleitung (1896)
  • Proteus (symphonische Dichtung für Orchester, 1903)
Schriften
Literatur

ROBERT MÜNSTER

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 14.12.2018

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Louis, Rudolf: 117231630

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