Florianer Quartett
Schon in Kronstorf hatte Bruckner ein Männerquartett gegründet, bei dem er selbst die 2. Bassstimme sang. Anregung dazu hatte er bei Hans Schläger in St. Florian erhalten. Aufnahme und Pflege fand das Quartett im Hause Födermayr, war bald in der ganzen Gegend bekannt und wurde zu vielen festlichen Gelegenheiten herangezogen.
Nach Antritt seines Schuldienstes in St. Florian gelang es Bruckner, gemeinsam mit dem zweiten Lehrer, Anton Ehrenecker, als 1. Tenor, dem Stiftsbeamten Franz Xaver Schäfler (1797–1852) als 2. Tenor und dem Gärtner Johann Nepomuk Hueber als 2. Bass wieder ein Quartett zu bilden, bei dem er diesmal den 1. Bass sang. Das Florianer Quartett trat auch außerhalb der Kirche auf und machte sich bald in der ganzen Umgebung einen Namen. Für dieses Quartett schrieb Bruckner 1846 das Ständchen und widmete ihm 1848 Sternschnuppen. Ein weiteres Florianer Quartett, bestehend aus Josef (Eduard) Seiberl, Anton (?) Hasenleithner († 1880, später Schulmeister und Kapellmeister in Neuhofen an der Krems), Josef (?) Neubauer und Karl Bogner, war in ganz Oberösterreich berühmt.
Literatur
- Göll.-A.August Göllerich/Max Auer, Anton Bruckner. Ein Lebens- und Schaffensbild (Deutsche Musikbücherei 36–39). 4 Bde. (in 9 Teilbänden [1, 2/1–2, 3/1–2, 4/1–4]). Regensburg 1922–1937, unveränd. Nachdruck 1974 1, S. 228f. und 2/1, S. 64f., 545f.
- Max Auer, Anton Bruckner. Sein Leben und Werk. 6. Aufl. Wien–München–Zürich 1967, S. 67f.
- Andreas Lindner, Musikpflege in den oberösterreichischen Stiften. Wien 2008