Doppelbauer, Franz (von Sales) Maria

* 21.1.1845 Waizenkirchen, Oberösterreich/A, † 2.12.1908 Linz/A. Geistlicher.

Siebtes von acht Kindern eines Fleischhauers, trat 1857 in das Knabenseminar in Linz ein und studierte nach der Matura Theologie am Priesterseminar (1865–1869, Priesterweihe 26.7.1868). Den Jahren als Kooperator an der Vorstadtpfarre Steyr (1869–1876) folgte ein Studienaufenthalt in Rom (1878 Dr. jur. can., 1879 Dr. jur. utr.). 1879–1887 war er Konsistorialsekretär in Linz. 1887 ernannte ihn Kaiser Franz Joseph I. zum Rektor des Priesterkollegs Anima in Rom und am 17.12.1888 zum Bischof von Linz (am 10.3.1889 Bischofsweihe in Rom durch Kardinal Serafino Vannutelli [1834–1915], am 5.5.1889 Inthronisation in Linz im noch unvollendeten Neuen Dom). Als erster Oberösterreicher auf dem Linzer Bischofsstuhl leitete er die Diözese ganz nach dem Vorbild Franz Joseph Rudigiers, für den er 1895 den Seligsprechungsprozess eröffnete. Herausragende Leistungen Doppelbauers: Bau des Knabenseminars Kollegium Petrinum in Urfahr (1895–1897), Förderung der Gründungen einer Lehrerinnenbildungsanstalt in Vöcklabruck (1894) und einer Lehrerbildungsanstalt in Linz (1904/05, Stifterstraße), Fortführung des Dombaus (Weihe des Turmes 1902), Einrichtung eines Diözesanarchivs (1902) und eines Diözesanmuseums (1904), Förderung der geistlichen Orden und des katholischen Vereins- und Pressewesens. Der Entstehung der Christlichsozialen Partei (1895) stand der Bischof trotz seiner sozialen Aufgeschlossenheit zunächst ablehnend gegenüber. Die ausgeprägt „antimodernistische“ Einstellung Doppelbauers, die u. a. zu strengen Zensurmaßnahmen und 1906 zur (vorübergehenden) Absetzung des Alttestamentlers Karl Fruhstorfer (1875–1956) führte, wurde erst durch neuere Forschungen nachgewiesen.

Der als eher unmusikalisch geltende Bischof brachte Bruckner, der bei der Inthronisation 1889 die Orgel spielte, wiederholt seine Wertschätzung zum Ausdruck. Am 30.10.1890 wurde Bruckner nach einstimmig angenommenem Antrag des Bischofs vom Oberösterreichischen Landtag ein Ehrensold auf Lebenszeit in der Höhe von jährlich 400 fl zuerkannt (was dem Jahresgehalt eines Volksschul-Aushilfslehrers entsprach). Auf Einladung Doppelbauers spielte Bruckner zu Ostern 1891 beim Hochamt im Alten Dom die Orgel – es war sein letzter Linzer Auftritt. Er wohnte auf Wunsch des Hausherrn im Bischofshof.

Literatur
  • Johann Zöchbaur, Dr. Franz Maria Doppelbauer, Bischof von Linz. Ein Bild seines Lebens und Wirkens. Linz 1909
  • Göll.-A.August Göllerich/Max Auer, Anton Bruckner. Ein Lebens- und Schaffensbild (Deutsche Musikbücherei 36–39). 4 Bde. (in 9 Teilbänden [1, 2/1–2, 3/1–2, 4/1–4]). Regensburg 1922–1937, unveränd. Nachdruck 1974 3/1, S. 613f., 4/3, S. 74–78
  • Josef Lenzenweger, Sancta Maria de Anima. Erste und zweite Gründung. Wien–Rom 1959, bes. S. 92–96
  • Rudolf Zinnhobler, Doppelbauer Franz (von Sales) Maria, in: Erwin Gatz (Hg.), Die Bischöfe der deutschsprachigen Länder. Bd. 1: 1785/1803 bis 1945. Berlin 1983, S. 139f.
  • Peter Gradauer, Franz (von Sales) Maria Doppelbauer, in: Rudolf Zinnhobler (Hg.), Die Bischöfe von Linz. Linz 1985, S. 198–241
  • Ekkart Sauser, Art. „Doppelbauer Franz von Sales Maria“, in: Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon 14 (1998), Sp. 942ff.
  • Rudolf Zinnhobler, Die Briefe des Linzer Kirchenhistorikers Mathias Hiptmair nach Rom (1872–1909), in: Neues Archiv für die Geschichte der Diözese Linz 13 (1999/2000), S. 123–178
  • Rudolf Zinnhobler, Das Bistum Linz — Seine Bischöfe und Generalvikare (1783/85–2000) (Neues Archiv für die Geschichte der Diözese Linz 15.2002,1). Linz 2002, S. 76–80
  • Rudolf Zinnhobler, Franz Sales Maria Doppelbauer, Korrekturen zu einem Bischofsbild, in: Walter Schuster u. a. (Hg.), Stadtarchiv und Stadtgeschichte. Forschungen und Innovationen. Festschrift für Fritz Mayrhofer zur Vollendung seines 60. Lebensjahres. Linz 2004, S. 427–439
  • Rudolf Zinnhobler, Der lange Weg der Kirche vom Ersten zum Zweiten Vatikanischen Konzil. Beiträge zu Bewegungen und Ereignissen in der katholischen Kirche. Linz 2005, bes. S. 84ff., 88f., 94, 104–108
  • Art. „Doppelbauer, Franz Maria“, in: www.biographien.ac.at [8.1.2019]

RUDOLF ZINNHOBLER

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 8.1.2019

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Doppelbauer, Franz (von Sales) Maria: 143955942

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