Vaterlandslied (WAB 92) „O könnt‘ ich dich beglücken“

Vierstimmiger Männerchor a cappella mit Tenor‑ und Bariton‑Solo in As‑Dur, „Feierlich, nicht schnell“

Text: August Silberstein
EZ: November 1866 in Linz
W: Niederösterreichischer Sängerbund
UA: 4.4.1868 in Linz, Redoutensaal (Franz Hoffelner [1824–1883], T; Johann Holzner [ca. 1836–1913], Bariton; Liedertafel „Frohsinn“; Bruckner)
Aut.: verschollen; ÖNB‑MS (Mus.Hs.19756, As.)
ED: Zwei Männerchöre von Anton Bruckner. Doblinger, Wien 1902 (gemeinsam mit Der Abendhimmel [WAB 56])
NGA: Band XXIII/2 (Angela Pachovsky/Anton Reinthaler, 2001)

Das Vaterlandslied entstand auf Anregung Anton M. Storchs in der patriotischen Stimmung des Deutschen Krieges 1866 auf einen Text von Silberstein (aus dem Band Trutz-Nachtigall von 1859) und ist, wie Bruckner in einem Brief an den damaligen Bundeschormeister des Niederösterreichischen Sängerbundes Storch schrieb, „dem löbl[ichen] Bunde“ (Briefe I, 661211) gewidmet. Göllerlich‑Auer bezeichnen diesen Chor als den „neben dem ‚Germanenzug‘ wohl bedeutendste[n] der weltlichen Chöre“ aus Bruckners früher Schaffensperiode, der damit wieder ein Werk voll „heroischer Kraft und ekstatischer Vaterlandsliebe“ (Göll.-A. 3/1, S. 363) geschaffen habe. In der Harmonik an Franz Schubert heranreichend, sind die Solostimmen dem Chor organisch und wirkungsvoll eingewoben.

„Insbesondere erzielte der Bruckner‘sche Chor in seiner echt musikalischen Empfindung und schwärmerischen Anlage und Durchführung eine sehr große Wirkung, welche dem bescheidenen Komponisten die verdiente Ehre dreimaligen Hervorrufes eintrug.“, schrieb der Linzer Abendbote am 6.4.1868 (S. 2) zur Uraufführung. Einzelne Aufführungen des Werkes fanden u. a. 1900 mit der Liedertafel „Frohsinn“ und 1921 bei der Brucknerfeier in Wien statt.

Literatur

ANDREA HARRANDT

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 12.5.2017

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ACDH, Abteilung Musikwissenschaft