Der Abendhimmel (WAB 56) „Wenn ich an deiner Seite im Abenddunkel geh'“
Vierstimmiger Männerchor a cappella in F‑Dur, „Feierlich ruhig“
| Text: | Joseph Christian Freiherr von Zedlitz |
| EZ: | vollendet 6.12.1866 in Linz |
| UA: | 17.12.1898 in Wien, Musikverein (Wiener Männergesang-Verein; Eduard Kremser) |
| Aut.: | ÖNB‑MS (Mus.Hs.6088) |
| ED: | Zwei Männerchöre von Anton Bruckner. Doblinger, Wien 1902 (gemeinsam mit dem Vaterlandslied) |
| NGA: | Band XXIII/2 (Angela Pachovsky/Anton Reinthaler, 2001) |
„Gestern hat auch der hiesige Domorganist Herr Anton Bruckner die Einladung bekommen, eine Composition dem niederösterreichischen Bundesrathe zur Aufnahme in die Liedersammlung einzusenden.“, meldete die Linzer Zeitung am 24.11.1866 (S. 3). Seinem Brief vom 11.12.1866 an Anton M. Storch, damals Bundeschormeister des Niederösterreichischen Sängerbundes, legte Bruckner neben dem für diese Liedersammlung bestimmten und dem Niederösterreichischen Sängerbund gewidmenten Vaterlandslied auch das Vaterländische Weinlied und den Chor Der Abendhimmel (WAB 56) "zur etwaigen beliebigen Verfügung" bei (Briefe I, 661211).
Diese zweite Vertonung des Textes von Zedlitz als Männerchor in F‑Dur weist gegenüber der ersten (Der Abendhimmel [WAB 55]) eine wesentlich reichere Chromatik und Tonmalerei (z. B. bei „die Sterne herunterlangen“ Abstieg von as‘‘ bis e‘) sowie stärkere dynamische Wechsel und mehrere tonale Ruhepunkte auf. Göllerich/Auer sprechen von einer „schöne[n] Blüte Brucknerscher Kleinkunst und Lyrik“ (Göll.-A. 3/1, S. 362). Das Werk erlebte nur wenige Aufführungen, so 1927 im Wiener Konzerthaus und 1946 bei den Brucknerfesttagen (Brucknerfeste und ‑feiern) in Karlsruhe. 1996 sang der Chorus Viennensis unter Guido Mancusi (* 1966) dieses Werk erstmals auf CD ein.
Literatur
- Linzer Zeitung 24.11.1866, S. 3
- Göll.-A.August Göllerich/Max Auer, Anton Bruckner. Ein Lebens- und Schaffensbild (Deutsche Musikbücherei 36–39). 4 Bde. (in 9 Teilbänden [1, 2/1–2, 3/1–2, 4/1–4]). Regensburg 1922–1937, unveränd. Nachdruck 1974 3/1, S. 361f.
- The Manuscript SourcesPaul Hawkshaw, The Manuscript Sources for Anton Bruckner‘s Linz Works. A Study of his Working Methods from 1856 to 1868. Diss. New York City 1984, S. 291
- Briefe IAndrea Harrandt/Otto Schneider (Hg.), Briefe von, an und über Anton Bruckner. Bd. I. 1852–1886 (NGA XXIV/1). 2., rev. und verbesserte Aufl. Wien 2009