Dönhoff (geb. Beccadelli di Bologna; ab 1886 Fürstin von Bülow), Maria (Anna Zoë Rosalia) Gräfin von

* 6.2.1848 Neapel/I, † 20.1.1929 Rom/I. Salonière.

Tochter des Fürsten Domenico Beccadelli di Bologna dei Principi di Camporeale (1826–1863) und der Laura Acton (1829–1915), die nach dem frühen Tod Beccadellis den italienischen Ministerpräsidenten Marco Minghetti (1818–1886) ehelichte. Maria war ab 1867 mit dem preußischen Diplomaten Karl August Graf von Dönhoff (1833–1906), Sekretär der Deutschen Botschaft in Wien, verheiratet. 1886 heiratete sie in Wien den späteren Reichskanzler und preußischen Ministerpräsidenten Bernhard Fürst von Bülow (1849–1929), mit dem sie 1893 nach Rom und 1897 nach Berlin ging.

Sie profilierte sich durch ihre intellektuellen und musischen Fähigkeiten, spielte hervorragend Klavier und schwärmte für die Musik Richard Wagners. Sie war auch Ehrenmitglied des Wiener Akademischen Wagner-Vereins. Als Diplomatengattin, „leidenschaftliche Melomanin und begabte Dilettantin“ (Neue Freie Presse 3.8.1871, S. 3) war sie Gast bei Anton Grigorjewitsch Rubinsteins (1829–1894) musikalischen Darbietungen sowie bei der Tonkünstlerversammlung des Allgemeinen Deutschen Musikvereins 1870 in Weimar. Sie spielte gemeinsam mit Franz Liszt in Konzerten (Neue Freie Presse 2.4.1874, S. 1) und führte in den 1870er Jahren selbst einen Salon in Wien, den auch Bruckner besuchte. Ein Briefwechsel zwischen Dönhoff und Bruckner ist nicht überliefert, sie wurde aber von Bruckner in seinen Briefen an Moritz Edler von Mayfeld (Briefe I, 750213), Otto Kitzler (Briefe I, 750601) und Wilhelm Tappert (Briefe I, 761001) erwähnt, wenn er über Treffen mit Wagner berichtete. U. a. traf Bruckner mit ihr bei Wagners Lesung der Götterdämmerung bei Josef Standthartner am 4.3.1875 und wahrscheinlich auch im August 1876 in Bayreuth zusammen.

Literatur

ANDREA HARRANDT

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 18.9.2019

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Dönhoff (geb. Beccadelli di Bologna; ab 1886 Fürstin von Bülow), Maria (Anna Zoë Rosalia) Gräfin von: 116133783

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