„Heil, Vater! Dir zum hohen Feste“ (WAB 61a [alt 61])

Kantate für gemischten Chor (S, A, 2 T, 2 B) mit 3 Hr., 2 Trp. und B.-Pos. in D‑Dur

Sätze: Chor: „Bewegt“; Quartett: „Mit Gefühl“; Chor: „Bewegt“; Quartett: „Mit Gefühl“; 2. Chor da capo; Quartett: „Andante“; Schlusschor: „Nicht zu geschwind“
Text: Ernst Marinelli (Druck: Linz 29.9.1852)
EZ: vollendet 27.9.1852 in St. Florian
W: Michael Arneth
UA: 28. oder 29.9.1852 in St. Florian
Aut.: Stift St. Florian, Bruckner‑Archiv (19/6a, früher Karl Aigner)
ED: Göll.-A.August Göllerich/Max Auer, Anton Bruckner. Ein Lebens- und Schaffensbild (Deutsche Musikbücherei 36–39). 4 Bde. (in 9 Teilbänden [1, 2/1–2, 3/1–2, 4/1–4]). Regensburg 1922–1937, unveränd. Nachdruck 1974 2/1, S. 116–128 (Faksimile)
NGA: Band XXII/1 (Franz Burkhart/Rudolf H. Führer/Leopold Nowak, 1987)

Zum Namenstag seines Gönners Prälat Arneth (29.9.) schrieb Bruckner diese Kantate, die 1857, von Marinelli selbst in „Auf, Brüder, auf zur frohen Feier“ umtextiert, leicht geändert zum Namensfest des Arneth-Nachfolgers Friedrich Mayer aufgeführt wurde. Eine 3. Textvariante „Heil Dir zum schönen Erstlingsfeste“ entstand für eine Primizfeier, vielleicht im Stift Kremsmünster.

Diese 1. Version ist siebenteilig: Es wechseln ein sechsstimmiger gemischter Chor mit Bläsern und einem „Männer-Quartett“ (vgl. Autograf) a cappella einmal mehr einander ab als in der 2. Version. Bis auf ein eintaktiges Hornterzett zu Beginn des 2. Teiles des 1. Chores, das im Gloria der Messe in e‑Moll wiederbegegnet, sind für August Göllerich kaum Bruckner‘sche Züge zu bemerken. Dem Männer-Quartett in „altväterischer Haltung“ (Göll.-A. 2/1, S. 129) folgt ein fast nur aus Dreiklangsfanfaren bestehender 2. Chorsatz. An ein harmonisch bemerkenswerteres Quartett schließen Wiederholungen vorangegangener Teile (das Quartett mit neuem Text). Das Werk, „einem ebenso feierlichen wie floskelhaften Idiom verpflichtet“ (Rentsch, S. 297), endet mit einem fanfarenfreudigen Schlusschor, der auch das Hornmotiv wieder aufnimmt. Von Franz Xaver Müller wiederaufgefunden, wurde es am 11.10.1921 in St. Florian neuerlich aufgeführt.

Literatur

ANDREA HARRANDT

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 12.5.2017

Medien

Kategorien

Digitalisate

Quellen (Werkverzeichnis)

Erstdruck

Links

ACDH, Abteilung Musikwissenschaft