Männergesang-Verein „Sängerbund“

Am 28.9.1857 gründete Alois Weinwurm, der kurz vorher als Chormeister des Männergesang-Vereins „Kränzchen“ zurückgetreten war, den Männergesang-Verein „Sängerbund“ in Linz. Der Verein entwickelte bald eine rege Konzerttätigkeit und war neben der Liedertafel „Frohsinn“, mit der er auch oft gemeinsam auftrat, ein wesentlicher Faktor des Linzer Musiklebens. Daneben nahm der Verein auch an kirchlichen Aufführungen teil, wirkte bei Trauungen und Begräbnissen mit und veranstaltete Sängerfahrten, Narrenabende und Bälle. Die Proben fanden im Schoberhaus in der Rathausgasse statt. Von der Gründung an bis 1879 war Weinwurm Chormeister, ihm folgten Max Brava (1845–1883), Adalbert Schreyer, August Göllerich und Ignaz Gruber (1868–1937). 1909 fusionierte der Männergesang-Verein „Sängerbund“ mit der Liedertafel „Frohsinn“ und nannte sich nun „Sängerbund Frohsinn“.

Bruckner vertrat Weinwurm gelegentlich aushilfsweise als Dirigent und wirkte als Klavierbegleiter in Konzerten des Männergesang-Verein „Sängerbund“ mit. Er widmete diesem das Vokalquartett „Du bist wie eine Blume“ sowie den Männerchor Um Mitternacht (WAB 89), die jeweils beim Gründungsfest des Vereins (1861 bzw. 1864) uraufgeführt wurden. Am 29.9.1869 wirkte der Männergesang-Verein „Sängerbund“ bei der Einweihung der Votivkapelle des Mariä-Empfängnisdomes (Neuer Dom) bei der Uraufführung der Messe in e‑Moll mit. Am 11.3.1877 leitete Weinwurm eine Aufführung des Germanenzuges und am 28.10.1877 Brava die Uraufführung des Chores Nachruf anlässlich der Gedenktafelenthüllung für Josef Seiberl in St. Florian.

Literatur

ANDREA HARRANDT

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 1.9.2017

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ACDH, Abteilung Musikwissenschaft