Bibliografie

Bereits 1902 brachte die Neue Musik-Zeitung eine Zusammenstellung von Literatur über Bruckner. 1915 publizierte Hans Tessmer (1895–1943) im Merker eine kleine Bruckner-Bibliographie (S. 492–496), zeitgleich mit Otto Keller (1861–1928; Die Musik 1914/15); weitere aktualisierende Übersichten folgten (z. B. von Karl Grunsky 1924 oder Franz Moißl 1937).

Bei den Vorbereitungsarbeiten für die große Bruckner-Ausstellung 1974 (zum 150. Geburtstag; Ausstellungen) im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek kam der Gedanke auf, das entsprechende Ausstellungsmaterial für eine umfassende Bibliografie zu sammeln und zu ordnen. In der Folge gab es einen Aufruf an ca. 300 europäische Bibliotheken mit der Bitte um Kopien der Katalogzettel von Büchern und Zeitschriftenartikeln zum Thema Bruckner. Die zahlreich eintreffenden Rückmeldungen und die in Wiener Bibliotheken und Archiven gleichzeitig durchgeführten Recherchen waren der Grundstock der nach verschiedenen Gesichtspunkten gegliederten Bruckner-Bibliographie. Ein Teil der gemeldeten Literatur konnte allerdings bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des ersten Teiles der Bibliografie weder beschafft noch überprüft werden. Während der jahrelangen Forschungsarbeiten des Anton Bruckner Institutes Linz (ABIL) konnte viel Material ergänzt und Neues hinzugefügt werden.

Der erste Teil der Bibliografie umfasst das bis 1974 Erschienene und ist in folgende 33 Gruppen eingeteilt:

Bibliografien

Werkverzeichnisse

Briefe und Dokumente

Gesamtausgabe

Ikonografie

Mitteilungsblätter, Sammelwerke, Jahrbücher, Bruckner-Hefte (Publikationsreihen, Periodika)

Gesamtdarstellungen

Zu Persönlichkeit und Werk

Lebensabschnitte

Familie

Persönliche Beziehungen, Verbindungen zu Institutionen

Bindungen an Orte

Werke allgemein

Entwicklungsstufen, Werkperioden, Einflüsse, Vorbilder, Vergleiche

Geistliche Vokalmusik (Chormusik)

Weltliche Vokalmusik

Orchesterwerke

Kammermusik

Bläsermusik

Klaviermusik

Orgelmusik

Verschollene Werke

Entwürfe

Zweifelhafte und unechte Kompositionen (Incerta und Falsa)

Musiktheorie

Interpretation, Rezeption, Kritik

Forschung

Feste und Aufführungen

Ausstellungen

Gesellschaften, Vereine

Gedenkstätten, Orgeln

Diskografien

Belletristik

Als Anhang folgt eine Übersicht über die Brucknerfeste , ein Verzeichnis der Zeitschriften, Zeitungen und Jahrbücher, ein Autorenregister sowie ein Register der im aufgenommenen Bruckner-Schrifttum vorkommenden Namen, Orte, Sachbegriffe und Werke Bruckners.

Der zweite Teil der Bibliografie (2002), nunmehr nach Autoren geordnet, umfasst das Bruckner-Schrifttum 1975–1999 sowie Nachträge und Korrekturen zum ersten Band. Die systematische Literatursuche wurde von Erich Wolfgang Partsch an der „Arbeitsstelle Anton Bruckner“ der Österreichischen Akademie der Wissenschaften bis Ende 2014 weiter fortgesetzt. Auf bruckner-online (www.bruckner-online.at; Konzeption: Robert Klugseder) werden Nachträge zu den beiden Bibliografie-Bänden laufend ergänzt; im Juli 2019 waren rund 9.847 Titel gespeichert. Auch das ABIL bietet auf seiner Homepage www.abil.at eine Bibliografie zu Bruckner und zur oberösterreichischen Musikgeschichte ab 2007.

Literatur

RENATE GRASBERGER

Zuletzt inhaltlich bearbeitet: 1.7.2020

Medien

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ACDH, Abteilung Musikwissenschaft